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Diplomatische Zugeständnisse an Nordkorea sind gefährlich
Diplomatische Zugeständnisse an Nordkorea sind gefährlich
( Link zum Originalbild | Urheber: Driedprawns | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Ende letzter Woche kamen der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae-in zu einem historischen Treffen in dem Grenzort Panmunjeom zusammen. Sie vereinbarten, die koreanische Halbinsel denuklearisieren zu wollen sowie noch in diesem Jahr eine Friedensvereinbarung auf den Weg zu bringen. Ziel sei eine „dauerhafte und stabile“ Friedensregelung, bekräftigten die beiden Politiker. Zudem sollen ab 1. Mai „alle Feindseligkeiten zu Land, zu Wasser und in der Luft“ eingestellt werden. Symbolträchtig war neben dem Ort des Gipfeltreffens auch, dass seit dem Ende des Koreakriegs vor 65 Jahren erstmalig ein nordkoreanischer Staatschef südkoreanisches Territorium betreten hat.

Der innerkoreanische Gipfel habe Hoffnungen auf eine dauerhafte Lösung des Konflikts zwischen Nordkorea und Südkorea geweckt, war in der ZEIT zu lesen. Ähnlich zuversichtlich zeigte sich auch die DEUTSCHE WELLE: Es bestehe erstmals nach Jahrzehnten die Aussicht auf Frieden in der Region. Der UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Zusammenkunft als „wahrhaft historisch“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Entwicklung als wichtigen ersten Schritt. In Deutschland wisse man, so Merkel, was es bedeutet, wenn nach Jahren der Teilung wieder Kontakte entstehen.

Der Journalist Martin Fritz ist ebenfalls der Meinung, dass die beiden Machthaber gute Ergebnisse erzielen konnten, teilt aber die lobenden Worte der Leitmedien nicht vollständig. Denn das Kernproblem bestehe eigentlich darin, dass Kim Jong-un mit Denuklearisierung etwas Anderes meint als die Nachbarstaaten oder die USA. Die Atomwaffen sehe das Kim-Regime als Lebensversicherung. Außerdem verleihe ihr Besitz zusätzliches Erpressungspotenzial. Nüchtern betrachtet habe erst Nordkoreas Aufrüstung die jetzige Gipfeldiplomatie ermöglicht. Denn ohne seine Nuklearwaffen wäre Kim auf der Weltbühne nur ein Statist, argumentiert Fritz.

„Nur wer die Bombe besitzt, ist unangreifbar und gewinnt an Ansehen und Macht.“

Gefährlich sei das vor allem im Hinblick auf die Lehren, die andere Staaten aus dem Verhalten Kims ziehen – insbesondere der Iran. Nordkorea dürfe deswegen nicht für seine aggressive Atompolitik belohnt werden.

 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Um sich eingehender mit der Außenpolitik Nordkoreas auseinanderzusetzen, empfehlen wir unsere Debatte: Sind Nordkoreas Raketentests und Atompolitik eine Gefahr für die Welt?

Wer steckt dahinter?

Oliver Haupt
Kommt aus:Gebürtig aus Freiberg, lebt seit mehreren Jahren in Leipzig.
Politische Position:Mitte-links
Arbeitet für/als:Studiert Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig. Ist seit Oktober 2017 Redakteur bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Seine (wissenschaftlichen) Interessen liegen vor allem in der Politischen Philosophie, Ideengeschichte und Politischen Ökonomie. Insbesondere befasst er sich mit klassischer, als auch aktueller Kapitalismus- sowie Demokratiekritik und damit zusammenhängenden Disziplinen.
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