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Deshalb ist Markus Söders Idee mit den Kruzifixen gar nicht so schlecht
Deshalb ist Markus Söders Idee mit den Kruzifixen gar nicht so schlecht

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

in allen staatlichen Dienstgebäuden Bayerns müssen ab 1. Juni deutlich sichtbare Kreuze angebracht werden. Das hat die bayerische Staatsregierung vergangene Woche beschlossen. Die Kruzifixe sollen die „geschichtliche und kulturelle Prägung Bayerns“ unterstreichen.

Nun kritisieren Vertreter beider Landeskirchen den Beschluss teils scharf. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte gegenüber der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG: „Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden“. Ministerpräsident Markus Söder habe mit dem Gesetz „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ ausgelöst. Auch der protestantische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm schreibt auf FACEBOOK, er wolle das Kreuz nicht für politische Zwecke instrumentalisiert sehen.

Philosoph und Wissenschaftsjournalist Alexander Grau sieht das anders: Das Kreuz, ebenso wie Kippa und Kopftuch, haben in der Moderne ihre spezifische Bedeutung verloren. Deshalb könnten sie mittlerweile sehr wohl als gesellschaftspolitische Ikonen gelten. Grau schreibt: „In gewissem Sinne ist der bayerische Ministerpräsident – ob bewusst oder unbewusst – seinen Kritikern intellektuell Jahrzehnte voraus. Denn tatsächlich stehen religiöse Symbole heutzutage vor allem für kulturelle Identität und Geschichte.“

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, lohnt sich ein Blick in unsere ausführlichen Debattenübersichten.

Wer steckt dahinter?

Elena Reger
Kommt aus:ursprünglich aus Regensburg, jetzt Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteurin bei The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:hat Internationale Politik und einige Sprachen in Regensburg, Madrid, Lissabon und Leipzig studiert. Wenn sie nicht immer so viel Zeitung gelesen hätte, wäre sie vielleicht doch Flamencotänzerin geworden.
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