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Muslimischer Antisemitismus ist eigentlich Wut auf Israel
Muslimischer Antisemitismus ist eigentlich Wut auf Israel

Guten Morgen,

Antisemitismus ist zurzeit eines der größten Nachrichtenthemen. Vergangene Woche hat ein 21-jähriger Israeli in Berlin gefilmt, wie eine Gruppe arabisch sprechender Männer ihn beleidigt und mit einem Gürtel schlägt. Alles was er getan hatte, war in der Öffentlichkeit eine Kippa zu tragen. Wenige Tage zuvor wurde den deutschen Rap-Musikern Kollegah und Farid Bang bei der Echoverleihung wegen ihrer Liedzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ Antisemitismus vorgeworfen. Verschiedene Musiker gaben ihre Echo-Preise zurück. Gestern gab der Bundesverband der Musikindustrie schließlich bekannt, dass der Ruf des Echos so stark beschädigt sei, dass er in der bekannten Form nicht weiter verliehen werde.

Die deutsche Medienlandschaft ist sich in ihrer Reaktion auf die Antisemitismus-Debatte recht einig: „Den Juden in Deutschland reicht es“ titelte TAGESSCHAU ONLINE. CICERO meint, Deutschland habe viel zu lange weggesehen: „In Deutschland und Europa herrscht ein gesellschaftliches Klima, das immer mehr Juden über eine Auswanderung nachdenken lässt.“ Auch der DEUTSCHLANDFUNK bemängelt, dass Antisemitismus nicht nur ein gesellschaftliches Problem sei, sondern auch politisch gelöst werden müsste.

Eine Gegenstimme in der Debatte findet sich bei ZEIT ONLINE: Ein kurzes, verständlich formuliertes Video-Interview mit dem Politikwissenschaftler David Ranan. Ranan ist Experte beim Thema „muslimischer Antisemitismus“, er hat ein Buch zum Thema veröffentlicht, in dem er rund 70 Muslime befragt hat. „Das ganze Land macht in die Hosen“, meint er – dabei sei das, was als muslimischer Antisemitismus verstanden werde, häufig nur Hass auf Israel. Viele Muslime würden die Begriffe „Jude“ und „Israeli“ vermischen.

Hier entlang zum Originalvideo.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, lohnt sich ein Blick in unsere ausführlichen Debattenübersichten.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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