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66 Prozent sind kein Misstrauensvotum gegen Andrea Nahles
66 Prozent sind kein Misstrauensvotum gegen Andrea Nahles
( Link zum Originalbild | Urheber: Sandro Halank | Wikimedia Commons | CC-BY-SA 3.0)

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Andrea Nahles führt ab jetzt die SPD. Am Sonntag wurde sie mit 66,35 Prozent der Stimmen zur Parteivorsitzenden gewählt.

Viele deutsche Zeitungen halten diese 66 Prozent für ein ernüchterndes Wahlergebnis. Sie meinen, dass die Basis der SPD damit ihrer Vorsitzenden auch ein Misstrauensvotum ausgesprochen hat und Nahles Vision der Parteierneuerung in den eigenen Reihen noch nicht überzeugt. Ein Beispiel für diese Meinung ist ein Kommentar von Veit Medick bei SPIEGEL ONLINE. Andrea Nahles stellte sich mit dem Hashtag #SPDerneuerbar zur Wahl. Passernder wäre da #SPDnichterneuerbar, schreibt Medick. Zu lange schon, nämlich 30 Jahre, trüge Frau Nahles die Parteibrille, echte Veränderung sei damit gar nicht möglich.

Die diffuse Zukunft der SPD thematisiert auch Jasper von Altenbockum in der FAZ. Erneuerung werde bei der Partei falsch verstanden. Statt ihr Verhältnis zum Wirtschaftsliberalismus zu klären oder die Debatte um Zuwanderung und Identitäten zu führen, flüchte man sch in das Thema Digitalisierung –  auch da ohne klare Bekenntnisse. 

Eine ganz andere Meinung vertritt Thomas Maron in der STUTTGARTER ZEITUNG: Das Wahlergebnis selbst sei überhaupt nicht entscheidend. Er schreibt: „Das Ergebnis dieser ersten Wahl kann Nahles egal sein, denn es bewertet die Vergangenheit. Viel wichtiger ist das Ergebnis in zwei Jahren – wenn sie es bis dahin schafft.“ Und das sei Frau Nahles zuzutrauen, denn sie kenne die SPD wie ihre Westentasche und denke nicht erst seit der Bundestagswahl über die Rettung der Partei nach. 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. Lesen Sie jetzt unsere Übersicht zur Frage: „Brauchen wir in Deutschland noch die SPD?“

Wer steckt dahinter?

Elena Reger
Kommt aus:ursprünglich aus Regensburg, jetzt Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteurin bei The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:hat Internationale Politik und einige Sprachen in Regensburg, Madrid, Lissabon und Leipzig studiert. Wenn sie nicht immer so viel Zeitung gelesen hätte, wäre sie vielleicht doch Flamencotänzerin geworden.
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