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Macrons Ideen zur EU-Finanzpolitik sind für Deutschland alles andere als sinnvoll
Macrons Ideen zur EU-Finanzpolitik sind für Deutschland alles andere als sinnvoll

Das Argument in Kürze:

Macron setzt auf Umverteilung – aber Umverteilung wird die EU nicht mehr retten. Das behauptet der Ökonom und Autor Daniel Stelter in einem Beitrag von Dezember 2017 für CICERO ONLINE. Macrons Ideen zu unterstützen würde nur den deutschen Steuerzahler belasten, aber keineswegs die Probleme der Euro-Zone lösen. Wenn Macron und Merkel also enger zusammenarbeiten würden, dann sei das keine gute Idee.

Umverteilung ist nicht die Lösung für die Probleme der EU

Selbst wenn Deutschland noch mehr an die wirtschaftlich schwächeren EU-Mitglieder zahlt, es wird die Eurozone nicht retten, unterstreicht Stelter. Er verweist auf das Beispiel der USA: Hier werden finanzielle Ungleichheiten zwischen den Bundesstaaten vor allem von privaten Kapitalflüssen aufgefangen – der Bund beteilige sich nur zu 15 Prozent am Ausgleich. Eine Umverteilung durch die EU würde also gar nichts bringen – man bräuchte, wie in den USA, verlässliche private Kapitalflüsse. Da diese in Europa in dieser Form noch nicht vorhanden seien, müsse man auf andere Strategien setzen, argumentiert Stelter. Er schlägt einen Schuldenschnitt und die Neuordnung der Mitglieder vor. Erst dann könne man eine neue Ordnung etablieren, die sowohl Schuldner als auch Gläubiger zu mehr Eigenverantwortung erziehen könnte.

Warum wir den Beitrag empfehlen:

Stelters Vergleich mit den USA ist interessant, denn die konkreten Zahlen der von Stelters zitierten Studie zeigen, warum Macrons Vorhaben nicht funktionieren kann und warum es für die Wirtschaft hierzulande schlecht wäre, wenn Merkel Macron dabei unterstützen würde, seine Visionen umzusetzen. Für diejenigen, die sich auch für die Eurokrise generell interessieren, hat Stelter übersichtlich zusammengefasst, wie es überhaupt dazu kommen konnte.

 Dieser Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens

Wer steckt dahinter?

Daniel Stelter
Kommt aus:Berlin, Deutschland
Politische Position:Offiziell unparteiisch
Arbeitet für/als:Ökonom, Autor, Blogger und Unternehmensberater. Seit 2007 berät Stelter internationale Unternehmen im Umgang mit der Finanzkrise. Er war von 2003 bis 2011 in leitender Funktion bei der Boston Consulting Group (BCG) tätig. Darüber hinaus hat Stelter zahlreiche Bücher veröffentlicht und schreibt regelmäßig Kolumnen für das Manager Magazin, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung und der Spiegel.
Was Sie noch wissen sollten:Seit 2013 betreibt Stelter den Blog „Think Beyond The Obvious“ auf der er seine Veröffentlichungen zur Diskussion stellt. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung nutzt Stelters Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik regelmäßig in politischen Entscheidungsfindungsprozessen.
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