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Der Perspektivwechsel am Morgen: Milo Djukanovic reloaded
Der Perspektivwechsel am Morgen: Milo Djukanovic reloaded
(Originalbild: “Montenegrin Prime Minister Milo Djukanovic addresses the opening session” | Urheber:OSCE Parliamentary Assembly | Creative Commons | CC BY-SA 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Vor zwei Jahren hätte ihn ein Putschversuch beinahe entmachtet. Aber am vergangenen Sonntag sicherte Milo Djukanovic sein politisches Überleben. Er gewann klar die Präsidentenwahl in Montenegro. Zum zweiten Mal. Seit fast 30 Jahren besetzt er alle wichtigen Ämter des Landes. Für seinen pro-westlichen Kurs, wird er in der EU geschätzt. Seine Gegner kritisieren Nepotismus, Korruption und einen sehr freien Umgang mit Verfassungstreue.

Milo Djukanovics erklärtes Ziel ist der EU-Beitritt Montenegros. Durch seine anti-russische Politik – er hat das Land zu einem NATO-Mitglied gemacht – hat er darauf Chancen, schreibt Michael Martens in der FAZ. In Ihrer Westbalkan-Strategie stellte ihm die EU einen Beitritt 2025 in Aussicht. Nachholbedarf sieht die Europäische Union insbesondere im Justizsystem. Es sei notwendig „die Meinungs- und Medienfreiheit zu stärken und die Bilanz bei der Bekämpfung von Korruption, organisiertem Verbrechen, Geldwäsche und Menschenschmuggel“ heißt es in einem Bericht, der der WELT vorliegt.

Ob er gerade das Justizsystem verbessern wird, ist fraglich. Die WIENER ZEITUNG stellte fest, dass Djukanovic als Präsident über deutlich weniger Kompetenzen verfügt, als der amtierende Premierminister. Sie zitiert den ehemaligen montenegrinischen Justizminister Dragan Soc. Der zweifelt, ob Djukanovic sich aus diesem Grund an seine verfassungsmäßigen Befugnisse halten wird. Es könne sonst eine ähnlich Situation wie in Serbien entstehen. Dort ist der aktuelle Präsident Aleksandar Vuvic ungewöhnlich stark in die täglichen Regierungsgeschäfte eingebunden.

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Elena Reger
Kommt aus:ursprünglich aus Regensburg, jetzt Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteurin bei The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:hat Internationale Politik und einige Sprachen in Regensburg, Madrid, Lissabon und Leipzig studiert. Wenn sie nicht immer so viel Zeitung gelesen hätte, wäre sie vielleicht doch Flamencotänzerin geworden.
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