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Der Perspektivwechsel am Morgen: Raketenangriff auf Syrien
Der Perspektivwechsel am Morgen: Raketenangriff auf Syrien
(Foto: Jordi Bernabeu Farrús | Flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen, 

Donald Trump hat seine Drohung wahr gemacht. In der Nacht zu Samstag haben die USA, Großbritannien und Frankreich gemeinsam mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Der Angriff sei die Antwort auf den Einsatz chemischer Waffen der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad gegen das eigene Volk in Duma, betonte Trump in seiner Rede an die Nation. Die Ziele der Offensive waren mehrere Militärstützpunkte und eine Forschungsstation, die im Zusammenhang mit der Herstellung von Giftgas steht.

Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft fällt sehr gemischt aus. Russland verurteilte die Raketenangriffe auf Syrien scharf. Der Angriff der USA und ihrer Verbündeten werde die humanitäre Katastrophe in Syrien verschärfen, erklärte russischer Präsident Wladimir Putin. „Völkerrechtsbruch regiert die Welt. Die, die anderen Völkerrechtsbruch vorwerfen, brechen das Völkerrecht”, twitterte dazu Bundestagsfranktionschef Dietmar Bartsch. 

Demgegenüber steht beispielsweise EU-Ratspräsident Donald Tusk: Die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens machen deutlich, dass das syrische Regime zusammen mit Russland und dem Iran nicht mit dieser menschlichen Tragödie fortfahren kann, zumindest nicht ohne Folgen. Auch die Türkei hat den Luftangriff der Westmächte auf syrische Einrichtungen als „angemessene Antwort auf den Giftgasangriff” bezeichnet.  

Abseits von Kritik und Lob findet sich eine ganz andere Perspektive im Artikel von ZEIT-Journalisten Ulrich Ladurner. Für Ladurner hat der Raketenangriff auf Syrien nur eines gezeigt: Die EU hat keine Militärstrategie. Obwohl die EU eine neue Strategie für eine Außen- und Sicherheitspolitik entwickelt hat, ist sie im Falle eines Krieges immer noch sehr schwach. Diese Situation müsse sich jedoch ändern. „Denn in Europas Nachbarschaft herrscht Krieg – und es wird der Union nicht gut bekommen, wenn sie nicht wehrhafter wird.”

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. Lesen Sie jetzt unsere Übersicht zur Frage, ob es gute Gründe gibt, den syrischen Präsidenten Assad zu unterstützen.

 

Wer steckt dahinter?

Olga Osintseva
Kommt aus:Russland
Politische Position:Bezeichnet sich selbst als mitte-links
Arbeitet für/als:Arbeitet als Redakteurin bei The Buzzard und als Event- und Community-Managerin beim Strascheg Center For Enterpreneurship in München
Was Sie noch wissen sollten:Osintseva hat 2015 ihren Master in Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg abgeschlossen. Sie kommt aus Russland und lebt mittlerweile seit vier Jahren in Deutschland.
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