Zurück zur Übersicht
Der Perpektivwechsel am Morgen: Saudi Arabien und die Modernisierung
Der Perpektivwechsel am Morgen: Saudi Arabien und die Modernisierung

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

seit der saudi-arabische Kronprinz Muhammad Bin Salman dem US-Journalisten Jeffrey Goldberg für das Magazin THE ATLANTIC ein ausführliches Interview gegeben und darin unter anderem Israel das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen hat, diskutieren Journalisten und Politiker wieder über die Rolle des noch jungen Thronanwärters, der zurzeit sein Land umkrempelt. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht in dem 32-Jährigen einen Modernisierer für das Land. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG erinnert daran, dass viele seiner „modernen Aussagen“ seiner außenpolitischen Strategie dienten – vor allem im ständigen Konflikt mit dem Iran.

Eine ganz andere Perspektive auf das Thema hat die Journalistin Charlotte Wiedemann. Auf QANTARA kritisiert sie, dass Menschen wie Salman das Label „Reformer“ bekämen, wenn sie aus westlicher Sicht moderne Reformen umsetzten: „Nach landläufiger Vorstellung gibt es in außereuropäischen und zumal islamischen Ländern eine Art von Paket, das mit dem R-Wort etikettiert wird und in dem sich routinemäßig Folgendes befindet: Mehr Rechte für Frauen und Minderheiten, Marktliberalismus, Bereitschaft zur Kooperation mit dem Westen. Wird dieses Paket ausgepackt, nennt man das Modernisierung. Da die Moderne von uns erfunden wurde, machen Reformen die islamischen Länder uns, dem Westen, zwangsläufig ähnlicher.“

Tatsächlich aber, schreibt Wiedemann, entwickele jedes Land im 21. Jahrhundert seine eigene Moderne, „und Saudi-Arabien ist dafür gerade eine Parabel. Noch ist nicht ausgemacht, ob die Moderne-Variante von Mohammed bin Salman nicht doch hauptseitig zum Fürchten ist.“ Dieser Artikel zeigt, wie viele Medien das Thema „Modernisierung“  eurozentristisch betrachten.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer tagespolitischen Angelegenheit eine alternative Sichtweise bietet. Detaillierter steigen wir in unseren Wochendebatten in Themen ein. Zum Beispiel zur Frage: Wird der Krieg im Jemen bald enden?

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.