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Der Perspektivwechsel am Morgen: Schulterklopfen hilft nicht gegen Rassismus.
Der Perspektivwechsel am Morgen: Schulterklopfen hilft nicht gegen Rassismus.

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

eine weitere Amtszeit für Putin, der Facebook-Skandal um die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sowie die Regierungserklärung Merkels trieben in dieser Woche viele Journalisten um. Der „Internationale Tag gegen Rassismus“ am 21. März war zwar auch ein Wochenthema. Die großen Schlagzeilen sorgten aber dafür, dass er nur am Rand diskutiert wurde.

Am 21. März 1960 wurde in Südafrika eine Demonstration gegen das Apartheid-Regime blutig niedergeschlagen; die Vereinten Nationen erklärten daraufhin den 21. März zum „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ –allgemeiner als „Internationaler Tag gegen Rassismus“ bekannt.

In ganz Deutschland organisierten Initiativen aus diesem Anlass Diskussionen, Proteste und andere Aktionen. Hinzu kamen allerlei mahnende Worte von Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft, die medial aufgegriffen wurden. Auch regionale Medien stellten Projekte und Maßnahmen gegen (Alltags-)Rassismus vor oder hinterfragten das Phänomen Rassismus in Deutschland – alle scheinen sich also einig im „Nein“ zu Rassismus und diskriminierendem Gedankengut.

Ein anderes Thema nimmt die TAZ in den Fokus. Sie schreibt, Rassismus allein zu verurteilen helfe nicht. Man müsse sich mit den Menschen auseinandersetzen, die eine rechte Weltsicht vertreten, man müsse versuchen sie zu verstehen. „Auch wenn es unangenehm ist: Progressive Menschen müssen auch dorthin schauen, wo es wehtut“, schreibt Ariane Lemme. Es helfe niemandem, wenn sich linke Aktivisten selbst auf die Schulter klopfen. „Die junge Linke schaut vielleicht auch deshalb so gern selbstverliebt auf #MeToo und Co, weil sich darüber vergessen lässt, dass wir noch immer keine Ahnung haben, warum Menschen in Sachsen und Bayern, in Ungarn, Frankreich, den USA und überall menschenfeindlichen Ideen nachlaufen.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, stöbern Sie gerne in unseren ausführlichen Debattenübersichten.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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