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Integration — der neue Imperativ in Politik und Pädagogik
Integration — der neue Imperativ in Politik und Pädagogik

Das Argument in Kürze:

Letztlich bleibt „Integration“ unerfüllbar und Menschen mit Migrationshintergrund werden auch in Zukunft Deutsche zweiter Klasse sein, schreibt der Sozialwissenschaftler Arian Schiffer-Nasserie im JOURNAL FÜR POLITISCHE BILDUNG. Grund dafür sei das Misstrauen des deutschen Staates gegenüber Neubürgern. Wo die Wurzeln dieses Misstrauens liegen? In der Ideologie moderner Nationalstaaten. Zu jedem Nationalstaat gehört in dieser Vorstellung jeweils ein Staatsvolk, das mit allen anderen Völkern in Konkurrenz steht.

Integration ist in sich widersprüchlich

Schiffer-Nasserie erklärt anhand der deutschen Ausländer- und Migrationspolitik, warum „Integration“ uns heute als unhinterfragbares Ziel erscheint und was in der Bundesrepublik unter Integration verstanden wird. In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik bestimmte vor allem der Bedarf an Arbeitern den Zuzug von Ausländern, schreibt er. Integration im Sinn dauerhafter Bleibe und dem Bekenntnis zu Deutschland sei zu dieser Zeit gerade nicht gewünscht gewesen: Deutschland sei kein Einwanderungsland und die Gastarbeiter seien nur vorübergehend da, hieß es seitens der Politik bis in die 1990er Jahre. Doch die Gastarbeiter blieben und holten ihre Familien nach. Dadurch war die bis dahin vorherrschende Idee eines „blutsdeutschen“ Staatsvolks überholt – und wurde durch das Konzept der „Integration“ ersetzt, durch die ein homogenes und loyales Volk entstehen sollte.

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