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Der Perspektivwechsel am Morgen: ein „ewiger Führer“ für Burundi?
Der Perspektivwechsel am Morgen: ein „ewiger Führer“ für Burundi?
( Link zum Originalbild | Urheber: David Peterson | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Abseits der Schlagzeilen

Guten Morgen,

vor allem die neue Bundesregierung, Trumps Personalrochade sowie die Spannungen zwischen London und Moskau wegen des Giftanschlages auf einen ehemaligen Doppelagenten bestimmten in dieser Woche die politischen Meldungen und Kommentarspalten in Deutschland. Mit dem umstrittenen neuen Wahlgesetz in der Türkei und den Rücktrittsquerelen der slowakischen Regierung kamen weitere internationale Themen hinzu.

Bei dieser Nachrichtenlage ging ein Ereignis südlich des Äquators weitgehend unter: Dem Präsidenten Burundis, Pierre Nkurunziza, der sich bereits 2015 – entgegen der Vorgaben der Verfassung – zum dritten Mal im Amt hatte bestätigen lassen, wurde mit Beschluss seiner Regierungspartei CNDD/FDD der Titel eines „ewigen Führers“ verliehen. Mancher fühlt sich dabei vielleicht an die kürzliche Entwicklung in China erinnert.

Nun ist wohl der Binnenstaat im Osten Afrikas mit dem weltweit drittniedrigsten BIP pro Kopf nicht mit dem bevölkerungsreichsten Staat der Erde und der (nach BIP) zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gleichzusetzen – jedenfalls was den (bei afrikanischen Ländern ohnehin oft gering angesetzten) „Nachrichtenwert“ betrifft. Eines jedoch haben beide gemeinsam: die äußerst kritikwürdige Menschenrechtslage.

Auch wenn es im Nachgang noch Irritationen zur korrekten Übersetzung des neuen Titels („Imboneza yamaho“) aus der Landessprache Kirundi gab, ist die Stoßrichtung klar: Nkurunziza „krönt damit seinen Aufstieg zur unumstrittenen Führungsfigur seines Landes und der ehemaligen Guerillabewegung CNDD/FDD“ schreibt Dominic Johnson in der TAZ. Ein für Mai angesetztes Verfassungsreferendum soll dann dafür sorgen, dass der 54-jährige Nkurunziza bis 2034 an der Macht bleiben kann.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, stöbern Sie gerne in unseren ausführlichen Debattenübersichten.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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