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Der Perspektivwechsel am Morgen: Jens Spahn und der Armutsbegriff
Der Perspektivwechsel am Morgen: Jens Spahn und der Armutsbegriff

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

es ist erst wenige Tage her, da machte der CDU-Politiker – und seit gestern auch offiziell neuer Bundesgesundheitsminister – Jens Spahn mit einem Interview mit der Funke Mediengruppe von sich reden: „Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf Armut“, hatte er gesagt. Und: Wer in Deutschland Hartz IV beziehe, „habe alles, was er zum Leben brauche“. Niemand müsse hungern, auch wenn es die Tafeln in Deutschland nicht gäbe.

Spahn ist zwar bekannt dafür, provokant zu formulieren, diesmal aber wurde er von vielen Seiten heftig für seine Aussagen kritisiert. Die Grünen warfen ihm Überheblichkeit vor und sogar in den eigenen Reihen distanzierten sich Parteikollegen von ihm, zum Beispiel Annegret Kramp-Karrenbauer. Eine Hartz-IV-Empfängerin schlug ihm sogar vor, doch einmal einen Monat von der Sozialhilfe zu leben, mit der sie auskommen müsse und startete eine Online-Petition. Bis Mittwochnachmittag hatten rund 89 000 Menschen den Aufruf unterzeichnet.

Der TAGESSPIEGEL-Journalist Gerd Nowakowski aber findet: „Jens Spahn liegt nicht nur falsch.“ Er kommentiert, tatsächlich seien die Zahlungen ausreichend, um über die Runden zu kommen und rechnet ein Beispiel für einen Berliner vor, der von rund 900 Euro lebe. Was die Aussage Spahns aber wirklich zeige, sei, dass der geltende Armutsbegriff dringend in Frage gestellt werden müsste. Damit könnten Spahns Worte ein Anstoß zu einer wirklich notwendigen Debatte sein, findet Nowakowski,

Hier entlang zum Originalartikel.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint um 7 Uhr an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer tagespolitischen Angelegenheit eine alternative Sichtweise bietet. Tiefer steigen wir in das Thema Gesundheit mit unserer großen Debattenübersicht ein: „Sollten wir unsere Gesundheit in die Hände von künstlicher Intelligenz legen?“

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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