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Deshalb wehrt sich die Pharmaindustrie gegen künstliche Intelligenz
Deshalb wehrt sich die Pharmaindustrie gegen künstliche Intelligenz

Das Argument in Kürze:

Lange hatte Professor Wolfgang Ertel gehofft, dass es doch noch klappen würde. Ertel leitet das Institut für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Mit einer Gruppe von Wissenschaftlern hatte er Lexmed entwickelt. Lexmed erkennt früher als jeder Arzt, ob Menschen an Blinddarmentzündungen leiden. Das System sei lernfähig, funktioniere prächtig und wurde bereits 1999 erfolgreich in Krankenhäusern getestet. Trotzdem will Lexmed keiner kaufen. Der Grund: Die Ärztekammer und die Pharmaindustrie üben Druck aus, weil sie fürchten, dass solche Diagnose-Systeme Jobs gefährden und den Umsatz bremsen.

Die Diagnosen sollen nicht besser werden

Ertel sieht die Schuld vor allem bei der Pharmaindustrie: Für die Gesundheit von Patienten sei es besser, wenn die Diagnosen exakter würden. Auch für die Krankenkassen, die Geld sparen könnten. Die Pharmaindustrie aber fürchte, dass Diagnosesysteme wie Lexmed den Umsatz bremsen. Deshalb investiere sie nicht. „Die Pharmaindustrie als mächtigster Player im Gesundheitswesen hat, um es vorsichtig zu formulieren, wenig Interesse an besseren Diagnosen. Je besser die Diagnosen, desto gezielter und effektiver die Behandlung, mit dem Resultat, dass man weniger verschiedene Medikamente ausprobieren muss“, sagt der Experte für Künstliche Intelligenz im Gespräch mit Journalistin Julia Bähr in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG.

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