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Der Perspektivwechsel am Morgen: Internationaler Frauentag
Der Perspektivwechsel am Morgen: Internationaler Frauentag

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

heute ist Internationaler Frauentag. Hierzulande werden auch wieder Tausende Frauen für ihre Rechte demonstrieren gehen. Einige werden Blumen als Zeichen der Anerkennung geschenkt bekommen. Einige wundern sich womöglich über die Drogeriemarkt-Fililale von Rossmann in Hannover, die sich anlässlich des Tags „Rossfrau“ nennt und dafür schon allerhand Kritik einzustecken hatte.

Der Frauentag also solcher ist auch immer mal wieder heftig umstritten, einige – wie in dieser Polemik – kritisieren, dass es nichts bringe, nur Blumen zu verschenken, es müssen konkrete Verbesserungen für Frauen her. Alice Schwarzer forderte schon 2010, man solle den Tag komplett abschaffen, er sei der „reinste Hohn“.

Wie sich Ungleichheit im Alltag ausdrückt wird allerdings das ganz Jahr über diskutiert. Sie drückt sich nach wie vor nicht nur in geringerer Bezahlung von Frauen im Vergleich zu gleich qualifizierten Männern aus, viele Universitäten etwa, aber auch Medienhäuser diskutieren seit Langem, ob man Frauen nicht endlich auch Texten und im allgemeinen Dukturs abbilden müsse. Weil es besser lesbar ist, ignorieren es viele Zeitungen, verzichten auf Formulierungen wie „Studentinnen und Studenten“ und bleiben beim „Studenten“, die Taz hingegen nutzt das große Binnen-I.

Der Linguist Peter Eisenberg wehrt sich vehement gegen das „Gendern“ der Sprache und scheut dafür auch keine markigen Worte. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er 2017: „Es gibt niemanden, der das Recht hat, in eine Sprache einzugreifen.“ Wer sich das aber „erdreistet“, der habe „ein schräges Verhältnis zur Demokratie“. Würden Ämter in Berlin sogar offiziell nur noch Dokumente mit dem „unsäglichen Gender-Sternchen“ annehmen, müsse man rechtlich dagegen vorgehen, findet er. Das Interview bietet eine andere Perspektive auf das Thema, die eines Sprachwissenschaftlers, der zudem noch viele Beispiele aus der Alltagssprache gibt.

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint um 7 Uhr an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer tagespolitischen Angelegenheit eine alternative Sichtweise bietet. In unseren Wochendebatten beschäftigen wir uns detaillierter mit politischen Kontroversen. Unserer aktuelle Debatte thematisiert ebenfalls die Rolle der Medien: Sollten wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland abschaffen?

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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