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Der Perspektivwechsel am Morgen: Protektionismus auf beiden Seiten des Atlantiks
Der Perspektivwechsel am Morgen: Protektionismus auf beiden Seiten des Atlantiks

Guten Morgen,

Donald Trump legt noch eine Schippe drauf: Neben Alu und Stahl wolle er nun auch Importsteuern auf europäische Autos erheben, kündigt der US-Präsident an. Die deutschen Autokonzerne und die Bundesregierung reagieren empört.

Die großen deutschen Zeitungen stellen Trumps Vorstoß als aggressiven Schachzug dar. Der US-Präsident erkläre dem Freihandel den Krieg, und schade Arbeitnehmern hier und in Übersee – das ist der Tenor. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schreibt beispielsweise, die Angst vor einem Handelskrieg sei berechtigt und zwinge die EU nun zu einem Gegenschlag. Das HANDELSBLATT kommentiert: Um sich zu verteidigen, solle man US-Anleihen kaufen und als Waffen gegen den protektionistischen Kurs der USA einsetzen. Das Narrativ in diesen Kommentaren ist stets ähnlich: Die EU ist in der Defensive; sie wird als Opfer einer aggressiven US-Wirtschaftspolitik dargestellt. Den aggressiven Charakter von Trumps Politik verstärken viele Journalisten dann noch, indem sie ihre Texte mit Kriegsvokabeln würzen: „Waffe“, „Kollateralschaden“ oder „Gegenschlag“ zum Beispiel fallen oft in der aktuellen Berichterstattung.

Ein Perspektivwechsel findet sich in einem Beitrag des Südwest-Rundfunks (SWR). Report Mainz lenkt den Blick weg vom Streit zwischen der EU und den USA und zeigt auf Afrika: Dort sieht man, dass die EU keineswegs in der Opferrolle steckt. Strafzölle sind zentraler Bestandteil europäischer Wirtschaftspolitik. Gegenüber der afrikanischen Union verhält sich die EU weitaus protektionistischer als Trump gegenüber der EU.

Hier entlang zum Originalartikel 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich Artikel, die zu einem aktuellen Tagesthema alternative Sichtweisen bieten. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu diversen politischen Problemen. Lesen Sie auch unseren Perspektivwechsel von vergangenem Freitag zum Thema: „Trumps Zölle auf Aluminium und Stahl„.

Wer steckt dahinter?

Elena Reger
Kommt aus:ursprünglich aus Regensburg, jetzt Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteurin bei The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:hat Internationale Politik und einige Sprachen in Regensburg, Madrid, Lissabon und Leipzig studiert. Wenn sie nicht immer so viel Zeitung gelesen hätte, wäre sie vielleicht doch Flamencotänzerin geworden.
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