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Der Perspektivwechsel am Morgen: Möglicher Ostbeauftragter für die Große Koalition
Der Perspektivwechsel am Morgen: Möglicher Ostbeauftragter für die Große Koalition
Link zum Originalbild | Urheber:Blende 22 | Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Heute: Die andere Sicht

 

Guten Morgen,

mit dem Brandenburger CDU-Politiker Michael Stübgen soll es jetzt einen Kandidaten für den Ostbeauftragten der Großen Koalition geben. Oder auch nicht: Die Abgeordneten sind sich da untereinander nicht ganz einig. Während der Ostbeauftragte in den Koalitionsverhandlungen keine große Rolle gespielt hat, will die CDU jetzt Stübgen als Kandidaten festlegen. Die SPD hält dagegen und möchte statt eines einfachen Beauftragten ein ganzes Ministerium –  dieses Hin und Her um Ostdeutschland ist dabei nicht neu. Ebenso wenig, dass der Osten losgelöst vom Rest Deutschlands diskutiert wird.

In Ostdeutschland, vor allem in Sachsen, laufe so einiges ganz anders als im Rest des Staates – das ist die These, die auch die Medien hierzulande immer wieder betonen. Als Gründe dafür identifizieren die Journalisten und Politiker die DDR-Vergangenheit, die den „Ossis“ noch in den Knochen stecke. Dieser Beitrag im ZDF ist dafür ein Musterbeispiel. Die TAZ möchte den Wahlerfolg der AfD in Ostdeutschland zwar nicht mit einem Gefühl des Abgehängtseins verbinden, räumt aber dennoch eine Sonderstellung ein. Die Arroganz der „Wessis“, heißt es, sei Schuld an den Wahlergebnissen. Gewohnt provokativ legt VICE noch eine Schippe drauf: In einem Interview sagt der britische Germanist James Hawes, dass alles Schlechte in der Geschichte der Deutschen aus dem Osten gekommen sei. Ostdeutsche seien anders. Nicht genetisch, aber geschichtlich bedingt.

Eine andere Sicht findet sich in der ZEIT: Die Wochenzeitung veröffentlicht einen Beitrag über eine Studie, in der es um das Zustandekommen rechtspopulistischer Einstellungen geht. Das Ergebnis: Dass in Ostdeutschland im Schnitt mehr Rechte leben, hat nicht hauptsächlich mit der DDR-Vergangenheit zu tun. Politische Einstellungen lassen sich mit sozioökonomischen Faktoren wie Alter, Einkommen, Bildung und Sozialisierung in der Stadt oder auf dem Land erklären. Die Unterschiede zwischen Ost und West kommen demnach dadurch zustande, dass die Bevölkerung im Osten durchschnittlich älter ist, eine geringere Bildung hat und eher auf dem Land lebt.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint um 7 Uhr an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer tagespolitischen Angelegenheit eine alternative Sichtweise bietet. Für weiterführende Informationen zur Großen Koalition empfehlen wir Ihnen diese Debattenübersicht

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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