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Der Perspektivwechsel am Morgen: Die neue Generalsekretärin der CDU
Der Perspektivwechsel am Morgen: Die neue Generalsekretärin der CDU
(Originalbild: “Annegret Kramp-Karrenbauer, Saarländische Ministerpräsidentin auf dem 29. Parteitag der CDU Deutschlands am 6. Dezember 2016 in Essen, Grugahalle“ | Urheber:Olaf Kosinsky | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard
Heute: Die andere Sicht.

 

Guten Morgen,

Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden. Mit diesem Vorschlag überraschte Angela Merkel gestern einige ihrer parteiinternen Kritiker. Der derzeitige Generalsekretär Peter Tauber hatte zuvor bestätigt, aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten zu wollen.

Die Nominierung Kramp-Karrenbauers sei ein „kluger Schachzug“ Merkels, kommentiert der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer. Noch „im Besitz ihrer politischen Kräfte“ regle Merkel damit ihre Nachfolge und versöhne den rechten Flügel ihrer Partei. Denn der rechte Flügel wirft Merkel schon lange eine zu liberale Haltung vor und macht Merkels liberale Politik für das schlechte Ergebnis der CDU bei der Bundestagswahl im September 2017 verantwortlich. Kramp-Karrenbauer stehe Merkel politisch zwar nahe, vertrete aber eine wertkonservativere Haltung. Beispielsweise war sie gegen das Recht auf Eheschließung für Homosexuelle.

Viele Medien, darunter die WELT, schreiben deshalb, dass die Partei mit Kramp-Karrenbauer wieder zu ihren konservativen Wurzeln zurückfinden werde. Das Kreuz sei für die Saarländerin nicht nur eine Collage aus zwei Holzleisten, schreibt die FAZ. AKK, wie sie in Parteikreisen genannt wird, könne frustrierten oder gar schon ehemaligen CDU-Wählern das Heimatgefühl zurückgeben.

Anders sieht das Stephan-Andreas Casdorff:  Er lobt Kramp-Karrenbauer zwar ebenfalls als sehr klugen Schachzug, aber für ihn ist die Saarländerin keineswegs eine Rückkehr zur wertkonservativen Tradition des rechten CDU-Flügels. AKK sei besonders bedacht auf die soziale Komponente konservativer Politik und damit viel eher progressiv einzuschätzen, schreibt er im TAGESSPIEGEL. Sie habe das Zeug dazu, konservative Politik wieder neu zu definieren. Und damit könne die Saarländerin den anderen Parteien gefährlich werden: „Den Grünen, weil jeder Schwarze in der Definition von AKK auch Grün ist; den Liberalen, weil eine solche Politik Liberalität erfordert; der SPD, weil es ums Christsoziale geht.“ Auch die Frauenfrage in der Politik kläre die CDU damit schneller als die SPD.

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, lohnt sich ein Blick in unsere ausführlichen Debattenübersichten.

Wer steckt dahinter?

Elena Reger
Kommt aus:ursprünglich aus Regensburg, jetzt Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteurin bei The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:hat Internationale Politik und einige Sprachen in Regensburg, Madrid, Lissabon und Leipzig studiert. Wenn sie nicht immer so viel Zeitung gelesen hätte, wäre sie vielleicht doch Flamencotänzerin geworden.
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