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Der Perspektivwechsel am Morgen: Deniz Yücel als „Faustpfand von Erdogan“
Der Perspektivwechsel am Morgen: Deniz Yücel als "Faustpfand von Erdogan"

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Heute: Minderheitenmeinung vs. Dominante Meinung

Guten Morgen,

heute wird der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım zu einem Besuch bei Angela Merkel in Berlin erwartet. Ein Thema des Treffens soll die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei sein. Von einigen Politikern wurde Merkel eindringlich aufgefordert, sie solle dringend den Appell wiederholen, den in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten Deniz Yücel umgehend freizulassen, unter anderem  Claudia Roth (Grüne) war sehr prominent zu hören und zu lesen. Noch-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte die Beschleunigung des Verfahrens, nachdem Yıldırım in einem ARD-Interview überraschenderweise gesagt hatte: „Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird.“

Darüber, dass sie die Inhaftierung von Yücel aufs Schärfste verurteilen, sind sich die meisten deutschen Politiker und Journalisten einig – bis auf wenige Ausnahmen. Der mecklenburgische AfD-Politiker Holger Arppe ließ es sich gestern nicht nehmen, einen gehässigen Kommentar zu retweeten, in dem der Autor Yücel zum „Einjährigen“ alles Gute wünscht.

Ganz andere Perspektiven auf die Debatte um Yücel bieten aber diese zwei Beiträge:

Petra Sorge verurteilt das Verfahren im FREITAG ebenfalls, wirft aber wenige Monate nach der Inhaftierung die Frage auf: „Wem Deniz Yücel nützt“ und meint unter anderem: „Yücel ist das Faustpfand von Recep Tayyip Erdogan“. Außerdem nennt sie zwei weitere, zynisch ausgedrückt, Profiteure der Inhaftierung Yücels.

Hier entlang zum Originalartikel.

Michael Martens wiederum fragt in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, ob es wirklich sinnvoll sei, nur Journalisten mit türkischen Wurzeln über die Türkei schreiben zu lassen:„Warum diese Herkunftsgettoisierung im deutschen Journalismus?“. Er ist der Meinung: „Deutsche Verlage sollten ihre Entsendungspolitik überdenken.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie Artikel, die zu einer tagespolitischen Angelegenheit alternative Sichtweisen bietet. Ausführlicher befassen wir uns mit dem Thema „Türkei“ in diesen zwei Meinungsdebatten.

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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