Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Der Perspektivwechsel am Morgen: Schneller Wechsel an SPD Spitze
Der Perspektivwechsel am Morgen: Schneller Wechsel an SPD Spitze
(Foto: J. Patrick Fischer | Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Heute: Pro vs. Kontra

Guten Morgen,

die SPD kommt auch nach Martin Schulz‘ Verzicht auf das Außenministerium nicht zur Ruhe. Jetzt entbrennt eine Debatte über Andrea Nahles, die bereits diesen Dienstag ihre neue Position antreten soll.

Der schnelle Wechsel von Schulz zu Nahles sorgt vor allem bei SPD-Linken für Kritik. Sie fordern, die Mitglieder auch über die Schulz-Nachfolge entscheiden zu lassen. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis sagt im TAGESSPIEGEL, es könne nicht sein, dass der SPD-Vorsitz quasi unter der Hand vergeben und die Partei vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Zur Erneuerung der SPD gehöre auch, dass über das Führungspersonal in einem transparenten Verfahren entschieden werde, so Mattheis. Auch die geschäftsführende Familien- und Arbeitsministerin Katarina Barley meint, dass sie der Urwahl-Idee „grundsätzlich etwas abgewinnen“ könne. „Ich bin dafür offen, denn die direkte Beteiligung der Mitglieder schafft Vertrauen”.

Inzwischen fordert die SPD-Führung ein Ende der öffentlichen Personaldebatten. So rief SPD-Vizechef Ralf Stegner die Genossen dazu auf, sich mit den Inhalten des Koalitionsvertrags zu befassen anstatt um Personal zu streiten. „Erst mal geht es darum, ob unsere Mitglieder Ja sagen zu diesem Koalitionsvertrag, das ist schwierig genug“, zitierte die TAGESSCHAU Stegner. „Und darüber muss man jetzt reden und nicht über die Ambitionen einzelner oder die Wünsche anderer.” Auch SPD-Vizevorsitzender Olaf Scholz hält eine Urwahl für wenig sinnvoll: „Wir haben ein gutes und bewährtes Verfahren, und das ist, dass auf Parteitagen Vorsitzende bestimmt werden“, zitiert das Handelsblatt Hamburgs Regierungschef.

In diesem Zusammenhang finden wir den Beitrag von Bernhard Walker in den STUTTGARTER NACHRICHTEN besonders empfehlenswert. Walker argumentiert, dass der Vorschlag, über Schulz‘ Nachfolge die Basis abstimmen zu lassen, insofern eigenartig ist, als das Organisationsstatut der Partei dieses Verfahren gar nicht vorsieht. Und auch wenn ein Parteitag das Statut ändern könnte – was eine Urwahl bringen soll, wenn mit Andrea Nahles nur eine Person nach dem Vorsitz greift, sei auch nicht ersichtlich. „Die Genossen machen also, was sie seit Langem ganz gut können – sich selbst das Leben schwer”.

Hier entlang zum Originalartikel.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu diversen politischen Problemen. So haben wir uns erst kürzlich gefragt, ob wir die SPD in Deutschland noch brauchen.

Wer steckt dahinter?

Olga Osintseva
Kommt aus:Russland
Politische Position:Bezeichnet sich selbst als mitte-links
Arbeitet für/als:Arbeitet als Redakteurin bei The Buzzard und als Event- und Community-Managerin beim Strascheg Center For Enterpreneurship in München
Was Sie noch wissen sollten:Osintseva hat 2015 ihren Master in Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg abgeschlossen. Sie kommt aus Russland und lebt mittlerweile seit vier Jahren in Deutschland.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.