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Der Perspektivwechsel am Morgen: Die Eintrittswelle in die SPD und ihre Folgen
Der Perspektivwechsel am Morgen: Die Eintrittswelle in die SPD und ihre Folgen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Heute: Pro vs. Contra 

 

Guten Morgen,

wenn die Koalitionsverhandlungen heute zu Ende gehen, ist für die Sozialdemokraten die vermeintlich größte Hürde noch nicht überwunden: Per Mitgliederentscheid soll nun festgelegt werden, ob es zu einem erneuten Zusammenschluss von CDU, CSU und SPD kommt.

Juso-Chef Kevin Kühnert hatte im Vorfeld mit einer Kampagne (#NoGroKo bzw. „Tritt ein, sag Nein”) dazu aufgerufen, in die SPD einzutreten, um bei der bevorstehenden Basisabstimmung gegen die Wiederauflage der Großen Koalition zu votieren. Bis zum gestrigen Abend um 18.00 Uhr kamen diesem Aufruf tausende Menschen nach (nur bis zu diesem Zeitpunkt registrierte Neumitglieder dürfen mit abstimmen). Erwartet wird das Abstimmungsergebnis schließlich bis zum 3. März.

Das mediale Echo auf die zahlreichen Neueintritte in die SPD ist in zwei große Lager gespalten. Einige Beobachter, wie der Politikwissenschaftler Torsten Oppelland, sehen die Eintrittswelle als unproblematisch an. Die SPIEGEL-Redakteurin Hannah Pilarczyk ist sogar davon überzeugt, dass die SPD dieses „Jugendbeben” braucht, um den weiter sinkenden Umfragewerten entgegenzuwirken und sich wieder zu einer Volkspartei zu entwickeln. Sie müsse sich dafür grundlegend erneuern, vor allem auch durch Verjüngung, so Pilarczyk in ihrem Kommentar für den SPIEGEL. Orientieren sollte sich die SPD dabei am Vorgehen der LABOUR PARTY. In diesem Zusammenhang empfehlen wir die Lektüre eines weiteren Beitrags von uns.

Demgegenüber stehen zahlreiche Journalisten, die den Mitgliederentscheid kritisch sehen. Das HANDELSBLATT berichtet, die SPD würde von den neuen Mitgliedern gekapert. Die FAZ betitelt die Kampagne der Jusos als unlauter. Besonders kritisch sieht es Dr. Hugo Müller-Vogg im CICERO: Der Mitgliederentscheid sei nicht nur schlecht für Deutschland, sondern vor allem auch für die SPD selbst. Die basisdemokratische SPD böte all ihren Gegnern damit die einmalige Chance, durch einen schnellen Parteibeitritt und ein „Nein“ zur GroKo am Niedergang der Sozialdemokraten mitzuwirken, so Müller-Vogg. Es sei sehr fragwürdig, dass es im Durchschnitt nicht mehr als ein Essen bei McDonald‘s kostet, der SPD-Führung mal schnell ein Bein zu stellen.

Hier entlang zum Originalartikel.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu diversen politischen Problemen. Beispielsweise haben wir uns erst kürzlich gefragt, ob wir die SPD – angesichts der stark gesunkenen Beliebtheit – in Deutschland noch brauchen.

Wer steckt dahinter?

Oliver Haupt
Kommt aus:Gebürtig aus Freiberg, lebt seit mehreren Jahren in Leipzig.
Politische Position:Mitte-links
Arbeitet für/als:Studiert Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig. Ist seit Oktober 2017 Redakteur bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Seine (wissenschaftlichen) Interessen liegen vor allem in der Politischen Philosophie, Ideengeschichte und Politischen Ökonomie. Insbesondere befasst er sich mit klassischer, als auch aktueller Kapitalismus- sowie Demokratiekritik und damit zusammenhängenden Disziplinen.
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