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Union vs. SPD: Soll der Familiennachzug wieder möglich werden?
Union vs. SPD: Soll der Familiennachzug wieder möglich werden?
Foto: Pixabay

Für zwei Jahre sollte der Familiennachzug ausgesetzt sein. Nun streiten die Koalitionsparteien darüber, ob die Aussetzung verlängert werden soll. Viele Geflüchtete hingegen hoffen, bald ihre engsten Verwandten zu sich zu holen.

Der 16. März 2018 ist für viele Geflüchtete ein besonderer Termin. Vielleicht können sie nach langer Trennung ihre Familie zu sich nach Deutschland holen – zumindest den Familiennachzug beantragen. Vielleicht. Denn die Parteien streiten noch darüber.

2016 hatte die Regierung die Möglichkeit des Familiennachzugs für Geflüchtete mit subsidiärem Schutz für zwei Jahre ausgesetzt. Das bedeutet: Geflüchtete, denen keine langfristige Aufenthaltsgenehmigung zugestanden wird, dürfen ihre Familien nicht nach Deutschland holen. Die Union will das auch nach März 2018 so beibehalten. Die SPD ist dagegen. In den Koalitionsverhandlungen könnte der Familiennachzug einer der Hauptstreitpunkte werden, wie Caterina Lobenstein in der Wochenzeitung DIE ZEIT beschreibt.

Geflüchtete hoffen darauf, ihre Famiie nachzuholen

Drängender als für die Politik ist die Frage für die Geflüchteten und deren Familien. Wer sicher in Deutschland angekommen ist, macht sich Sorgen um Kinder und Ehepartner, die noch in der Heimat sind oder in einem Lager entlang der Route festsitzen. In einem sehr kurzen Kommentar fordert Sandra Dorn von der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG Klarheit für die Geflüchteten. „Die Betroffenen erleben eine Hängepartie, die unerträglich an den Nerven zerrt. Wer nur subsidiären Schutz genießt, wartet und hofft seit bald zwei Jahren auf März 2018“, schreibt sie.

Union vs. SPD: Soll der Familiennachzug wieder möglich werden?

Vor allem viele Männer machten sich auf den Weg nach Europa, um ihre Familien nachzuholen. Im Juni 2015 wurden diese Menschen auf dem Mittelmeer gerettet. (Link zum Originalbild: IMG_0028 | Urheber laut Plattform: Irish Defence Forces | Veröffentlicht auf: Flickr.com | Lizenz: CC BY 2.0)

Kritiker argumentieren, dass der Familiennachzug für die Geflüchteten selbst schädlich sein könne. Als Einzelne könnten sie sich oft leichter integrieren, besser in einer neuen Gesellschaft ankommen. Befürworter des Familiennachzugs hingegen sagen, die Familie mache die Integration leichter. Wer keine Angst um seine Verwandten zu Hause haben müsse, könne sich besser darauf konzentrieren, Deutsch zu lernen und eine Arbeit zu finden.

Das Thema polarisiert – viele bilden sich schnell eine Meinung

In unserer neuen Debatte bilden wir von The Buzzard diese konträren Meinungen ab. Diese Woche stellen wir die Frage, ob der Familiennachzug wieder möglich sein soll. Ich persönlich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich gerade im Zusammenhang mit der Migration von Flüchtlingen sehr schnell eine Meinung bilden. Beim Familiennachzug ist das nicht anders. Abweichende Haltungen können viele nur schwer tolerieren. Deshalb ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Positionen auseinanderzusetzen.

 

Dazu möchten wir einladen. Am Freitag gibt es bei uns 10 Perspektiven zur Frage: Soll der Familiennachzug wieder möglich sein?“ Vier Perspektiven sind kostenlos. Dazu können Sie sich hier bei TheBuzzard.org registrieren. Wer alle Perspektiven lesen möchte, meldet sich jetzt als PRO-Leser an. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen. #SaveTheBuzzard

Wer steckt dahinter?

Katharina Mau
Kommt aus:München
Politische Position:interessiert sich für nachhaltigeres Wirtschaften und den ökologischen Fußabdruck
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Katharina dachte lange, sie sei zu introvertiert, um Journalistin zu werden. Inzwischen lernt sie an der Deutschen Journalistenschule und schreibt unter anderem für Jetzt.de, die dpa und Orange, das Jugendformat des Handelsblatts. Sie verzichtet auf Plastiktüten und kauft Bio-Käse, isst aber manchmal Avocados aus Chile.
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