Können Sanktionen politisch etwas verändern? – Die wissenschaftliche Debatte
Können Sanktionen politisch etwas verändern? - Die wissenschaftliche Debatte

Die Perspektive in Kürze

Seit den 1980ern gibt es in der Politikwissenschaft eine Debatte darüber, wie wirkungsvoll wirtschaftliche Sanktionen tatsächlich sind. Während einige Analysen vermerken, dass in vielen Fällen Sanktionen tatsächlich in der Lage seien, wichtige politische Veränderungen herbeizuführen, wird das in anderen Texten heftig bestritten. Man ist sich nach wie vor uneins darüber, ob nun die Sanktionen selbst tatsächlich einen Politikwandel herbeigeführt haben, oder ob der Politikwechsel durch andere externe Faktoren begünstigt und vorangetrieben wurde. Ein wichtiger Politikwissenschaftler in dieser Debatte ist der US-Amerikaner Robert Anthony Pape. Papes Abhandlung über Wirtschafssanktionen ist einer der meist zitiertesten Artikel auf dem Gebiet – deshalb empfehlen wir seinen Beitrag hier. Wer an der Gesamtdebatte interessiert ist, sollte in jedem Fall auch in „Economic Sanctions Reconsidered“ von Hufbauer, Schott und Eliott reinlesen.

Ökonomische Sanktionen können politisch nur sehr wenig verändern

Im Gegensatz zu Politikwissenschaftlern wie Hufbauer, Schott und Eliott bestreitet Pape, dass Sanktionen einen nennenswerten politischen Effekt haben. Ökonomischer Druck von außerhalb bringe Staaten normalerweise nicht dazu ihre Politik zu verändern, stellt Pape fest. Der Grund: Die meisten modernen Staaten seien in der Lage erhöhtem ökonomischem Druck standzuhalten. Oft würden Wirtschaftssanktionen ideologisch als Angriff auf die Nation und die damit verbundene Identität dargestellt – das helfe politischen Führern beim eigenen Volk beliebt zu bleiben und selbst großem ökonomischem Druck zu widerstehen.

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