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Jamaika will mehr Tierschutz und weniger Pestizide
Jamaika will mehr Tierschutz und weniger Pestizide

Diese Woche beschäftigen wir uns mit dem Thema „Agrarwende“: Brauchen wir so schnell wie möglich eine Wende hin zu mehr nachhaltiger Landwirtschaft in Deutschland?

Obwohl es zunächst nicht danach aussah, haben sich die 4 Parteien bei ihren Sondierungsgesprächen am Donnerstag dann doch mit der Landwirtschaft befasst. Von einer Wende kann man zwar nicht sprechen, wohl aber von Schritten in die richtige Richtung.

Worauf hat man sich geeinigt?

Die Bienen sollen besser geschützt werden.

Jamaika will mehr Tierschutz und weniger Pestizide

Als „dramatisch“ und „alarmierend“ wird das Bienensterben von Umwelt- und Naturschützern eingestuft. Bienen sind unverzichtbar für die Nahrungsproduktion. Sie produzieren nicht nur Honig, ihre wichtigste Aufgabe ist – zusammen mit anderen Insekten – das Bestäuben von Blüten. Etwa 80 Prozent der heimischen Pflanzen sind auf das Bestäuben angewiesen, anders könnten sie sich nicht vermehren.

Die Ursachen des Bienensterbens sind vielfältig. Vor allem aber ist es der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, der den Bienen zusetzt.

Und da möchte die künftige Regierung ansetzen:

Der Einsatz chemischer Wirkstoffe beim Pflanzenschutz soll gedrosselt werden.

Erstmals sollen auch biologische Mittel zugelassen werden.

Das Verbot von Glyphosat, dem angeblich schlimmsten Insekten-Killer, will man vertagen bis die EU-Kommission eine Entscheidung dazu getroffen hat.

Eintagsküken sollen nicht mehr getötet werden.

Jamaika will mehr Tierschutz und weniger Pestizide

Das massenhafte Töten männlicher Küken kurz nach dem Schlüpfen war zwar grundsätzlich erlaubt, einige Bundesländer hatten es aber verboten.

Nun wird es ein bundesweites Verbot geben.

 

Es soll mehr für das Tierwohl getan werden.

Jamaika will mehr Tierschutz und weniger Pestizide

Die Jamaika-Koalition will dafür sorgen, dass die Bedingungen, unter denen Tiere in der Landwirtschaft aufgezogen werden, für den Verbraucher transparenter werden.

Eingeführt wird ein Tierwohl-Label. Angeschoben hatte es schon die Große Koalition, jetzt soll es verbindlich werden.

Der Verbraucher kann im Supermarkt dann sehr schnell feststellen, unter welchen Bedingungen ein Tier gehalten wurde.

Der Vorteil für die Landwirte: Sie können für angemessen gehaltene Tiere höhere Preise verlangen.

Doch zunächst soll das Tierwohl-Label nur auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Im Laufe der Legislaturperiode will man es dann zu einer „verbindlichen Haltungskennzeichnung“ weiterentwickeln.

 

Wie so oft ist solchen Beschlüssen von „vorerst“, „freiwillig“ und „die EU muss entscheiden“ die Rede. Auch bei unseren Recherchen zur Agrarpolitik sind wir immer wieder auf diese Vokabeln gestoßen.

Sicher, es ist durchaus nachvollziehbar, warum Politiker oft nicht so handeln können wie sie und die Bürger wollen.

Doch manchmal kommen Kehrtwenden dann doch sehr schnell, wie etwa beim Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie.

Wir Journalisten müssen keine Wende herbeiführen. Aber wir können darüber schreiben. Wir können Argumente zusammentragen und sie in Pro und Contra ordnen. Und wir können Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und die Hintergründe beleuchten.

Und das machen wir diese Woche bei einer Frage, die uns alle angeht, die aber von den großen Medien eher sporadisch behandelt wird:

„Brauchen wir eine Wende hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft?“

Für alle PRO-Leser ist unsere Sammlung der interessantesten Perspektiven ab Freitag um 18 Uhr zugänglich.

Wer noch nicht dabei ist, mitlesen und unsere Arbeit unterstützen möchte, hier entlang. Wir brauchen jetzt Unterstützung, sonst können wir The Buzzard ab Anfang 2018 nicht mehr weiter machen!  #Save Journalism

 

Wer steckt dahinter?

Georg Scheller
Kommt aus:Aufgewachsen im Saarland, lebt seit 47 Jahren in Bayern
Arbeitet für/als:Redakteur bei TheBuzzard
Was Sie noch wissen sollten:Hat 32 Jahre beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet. Zunächst als Reporter für Tagesschau, Tagesthemen und die TV-Nachrichten für Bayern, dann als Nachrichten-Redakteur. Zuletzt Leiter des Programm-Qualitätsmanagements des Bayerischen Fernsehens
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