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Die europäische Kleinstaaterei fördert die Intoleranz
Die europäische Kleinstaaterei fördert die Intoleranz

Das Argument in Kürze:

Der Historiker und Journalist Gustav Seibt warnt eindringlich vor einem „Europa der Regionen“. Er kann zwar die ökonomischen Motive für eine Sezession durchaus nachvollziehen, sieht aber hinter den aktuellen separatistischen Bestrebungen eine neue Sehnsucht nach Homogenität. Das heißt nichts anderes, als dass man lieber unter sich bleiben will. Es bestehe die Gefahr, dass in kleinen und homogenen Einheiten langfristig die Toleranz auf der Strecke bleiben wird. Seibt spricht von der „Verschiedenheitstoleranz“, die im Regionalen immer in Gefahr sei.

Soziologen warnten schon früh vor dem Europa der Regionen

Seibt bezieht sich auf den Soziologen und liberalen Politiker Ralf Dahrendorf (1929-2009) als Kronzeugen für seine These, dass die katalanischen Separationsbestrebungen eine neue Sehnsucht nach Homogenität darstellen, die gefährlich ist. Dahrendorf war Anfang der 70er Jahre selbst Mitglied der Europäischen Kommission und warnte zu Beginn der Jugoslawien-Krise eindringlich vor einer Rückkehr in kleine historische Einheiten. Es bestehe die Gefahr, dass die Menschen dort eine Sehnsucht nach einer Homogenität in einer Art „Stammesexistenz“ als Gegensatz zum liberalen Konzept der offenen Gesellschaft ausleben wollten. Dahrendorf folgerte daraus, dass das völkerrechtliche Konzept der „Selbstbestimmung“ zur Diktatur einlade, da sie immer im Namen von anderen in Anspruch genommen würde,

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