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Deutschland kehrt zurück zum Fremdenhass der 1930er
Deutschland kehrt zurück zum Fremdenhass der 1930er
(Foto: metropolico.org | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.0 )

Das Argument in Kürze:

John Xenakis schreibt für den politisch rechten, konservativen Blog Breitbart News. In seiner Wahlanalyse schildert er, warum der Erfolg der AfD aus seiner Sicht ein weiteres alarmierendes Signal ist in einer sich weiter zuspitzenden Ära des globalen Fremdenhasses.

Das Ziel der Diskriminierung variiert, das Muster bleibt dasselbe  

Xenakis gibt sich wenig überrascht vom Erfolg der AfD. Er sieht darin einen weiteren Beleg für die These, dass Fremdenhass in wirtschaftlich unsteten Zeiten global um sich greift. Fremdenhass sei eine vorhersehbare Reaktion nach langen globalen Wirtschaftskrisen. Das könne man in diesen Tagen an vielen Orten weltweit beobachten. Das Muster der Diskriminierung sei dasselbe, nur die Opfer, auf die sich Hass und Diskriminierung richten, variieren. In England habe sich der Fremdenhass während des Brexit-Kampagnen zu einem Großteil auf Gastarbeiter aus Osteuropa konzentriert, in den USA diskriminiere man Mexikaner, in Japan richte sich die Diskriminierung gegen China, in Indien gegen Muslime in Pakistan und in Pakistan gegen die Hindus in Indien.

Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag sei ein weiteres alarmierendes Signal. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt. Xenakis fragt sich daher, ob es vielleicht sein könnte, dass wir auf ein ähnliches Disaster zusteuern wie nach der Weltwirtschaftskrise in den 1930ern – nur eben, dass dieses Mal andere Bevölkerungsgruppen und Religionsgemeinschaften darunter leiden werden? Könnte es sein, dass der Einzug der AfD Vorbote einer neuen Ära rassistisch motivierter Verbrechen ist? Dass wir einen Holocaust erleben werden, nur dieses Mal gegen Muslime?

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Man mag John Xenakis‘ These überspitzt finden oder unverhältnismäßig. Die Idee, dass wir einen Holocaust wie in den 1930ern erleben, ist mit Sicherheit übertrieben. Aber dennoch ist es wichtig, Stimmen wie die von Xenakis zu hören und als Teil der AfD-Debatte wahrzunehmen. Xenakis schreibt stellvertretend für all jene, die Parallelen ziehen zu Deutschlands Vergangenheit und der Situation, in die wir heute schlittern könnten, sollte Fremdenhass weiter zunehmen. Die Tatsache, dass er für den rechten Blog Breitbart News schreibt und trotzdem gegen Xenophobie von Trumps Regierung Anklage erhebt und gleichzeitig das Phänomen AfD in einen globalen Kontext einbettet, macht seinen Beitrag überraschend weitsichtig und lesenswert.

Wer steckt dahinter?

John J. Xenakis
Kommt aus:USA
Politische Position:unklar
Arbeitet für/als:Senior Software Engineer in Xenakis Consulting Services Inc., Autor (“Generational Dynamics: Forecasting America's Destiny”); Journalist, schreibt für Breitbart News
Was Sie noch wissen sollten:Breitbart News ist eine rechtspopulistische bis rechtsextreme Nachrichten- und Meinungswebsite, die 2007 durch den Publizisten Andrew Breitbart gegründet wurde. Mittlerweile gilt Breitbart News als eines der wichtigsten Sprachrohre der Alt-Right-Bewegung (Alternative Right), die sich in den letzten Jahren rechts der Republikanischen Partei formiert hat, wobei die Webseite auch die Republikaner kritisierte.
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