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Der Erfolg der AfD wird nicht von Dauer sein
Der Erfolg der AfD wird nicht von Dauer sein
(Foto: Times | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.0 )

Das Argument in Kürze:

Der politisch links-progressive Blogger Roberto De Lapuente sieht im Erfolg der AfD absolut keine Gefahr. Er schreibt sogar, dass er sich freue. Und das meint Lapuente nur teilweise sarkastisch. Denn jetzt wo die AfD im Parlament sitze, prophezeit er, werde der Protestpartei die Luft ausgehen. Die Wähler würden nun sehr bald schon merken, dass die AfD keine Lösung für die sozialen oder wirtschaftlichen Probleme der kleinen Leute parat habe. Im Gegenteil: Die AfD sei im Kern eine neoliberale kapitalistische Partei und ihr Erfolg bei Protestwählern werde sich legen, nun da die Abgeordneten mit Realpolitik konfrontiert würden.

Die Rolle der beleidigten Leberwurst ist ziemlich unattraktiv, wenn man im Parlament sitzt

Roberto De Lapuente gibt sich abgeklärt: Das sei ja nicht das erste Mal, dass eine rechtspopulistische Partei in ein Parlament einzieht. Die DVU und die NPD seien vor einigen Jahren reihenweise in die Landtage gezogen und haben, sobald sie dort waren, an Wählerrückhalt verloren. Der Grund sei nicht schwer zu finden: So lange man außerhalb der Parlamente sitze, sei es einfach gegen das System zu krakeelen, sich als Opfer von bestochenen Journalisten und einer korrupten politischen Elite zu inszenieren. Aus Talkshows zu rennen und es sich dann als „beleidigte Leberwurst“ in der Opferrolle bequem zu machen, „weil man nicht mal mehr eine freie Meinung haben darf“ – das sei ja alles nichts Neues. Und diese inhaltsleere Masche fliege ziemlich schnell auf, wenn man dann im Parlament sitze. Die Bürger würden dann sehr schnell verstehen, dass die Thesen der AfD nur heiße Luft seien und keine wirkliche Lösung bieten für die Probleme und Sorgen der Protestwähler.

Deshalb blickt Roberto De Lapuente sehr gelassen in die Zukunft, oder schreibt zumindest, dass er das tut.

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Dieser Blogeintrag von Roberto De Lapuente steht repräsentativ für die Gedanken einer linken Intellektuellenschicht in Deutschland, die der AfD-Debatte mit Humor und Ironie begegnen. De Lapuente schreibt ein klein bisschen herablassend, ein wenig zynisch und mitunter auch sehr witzig. Sein Blogeintrag ist äußerst lesenswert, weil er die Wahlkampfmaschen und Medienhypes dieser Tage nicht nur ironisch spiegelt, sondern auch entlarvt und offenlegt.

Wer steckt dahinter?

Roberto J. De Lapuente
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:offiziell unparteiisch, “In einem Staat, der stufenweise eine Überwachungs- und Polizeigesellschaft heranzüchtet, […], der die Rolle des Steigbügelhalters der Wirtschaft perfektioniert hat, ist es Gebot des aufgeklärten Menschen, eine linke Gegenöffentlichkeit aufzubauen.”
Arbeitet für/als:freiberuflicher Journalist, politischer Blogger, Mitgründer der #neulandrebellen
Was Sie noch wissen sollten:Die #neulandrebellen Roberto J. De Lapuente und Tom Wellbrock beschreiben sich als “zwei Blogger, die sich gerade jetzt in Zeiten des Postfaktischen und des wachsenden Rechtspopulismus als Teil einer kritischen Gegenöffentlichkeit verstehen.”
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