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Der Einzug der AfD könnte die Stabilität der deutschen Wirtschaft gefährden
Der Einzug der AfD könnte die Stabilität der deutschen Wirtschaft gefährden
(Foto: geralt | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Clemens Fuest ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident des Ifo-Institutes. Er beurteilt die Wahlen in Deutschland aus der Brille eines Ökonomen. Deshalb beunruhigen ihn weniger die politischen Veränderungen per se als vielmehr die Signale, die von der Politik an die freie Wirtschaft gesendet werden. Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag ist ein solches Signal. Und Fuest warnt im Interview mit der Deutschen Welle, dass die AfD eine abschreckende Wirkung auf Investoren haben könnte und sich somit das Investitionsklima in Deutschland, vor allem Ostdeutschland, möglicherweise verschlechtern wird.

Unsicherheit und Krawalle im Osten

Fuest glaubt zwar nicht, dass aufgrund der AfD zu einem wirtschaftlichen Einbruch kommen werde, dafür sind die anderen Parteien zu stark und Deutschlands Ruf an den internationalen Finanzmärkten noch zu gefestigt. Was Fuest allerdings befürchtet, ist, dass das Investitionsklima sich durchaus verändern könne – und zwar zum Schlechten. Investoren lieben die Unsicherheit nicht. Und jetzt wo die etablierten Parteien geschwächt sind und die AfD im Bundestag sitzt, sei die Unsicherheit auf einen Schlag deutlich größer geworden, gerade bei internationalen Investoren. Besonders in Ostdeutschland könnte es zu Problemen kommen: Fremdenfeindliche Krawalle und Demonstrationen dort würden von Investoren aus dem Ausland mit der AfD in Verbindung gebracht, auch wenn das nicht immer richtig sei. Deshalb prognostiziert Fuest, dass es mit der AfD gerade in Ostdeutschland zu weniger Investitionen und als Folge dessen zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen werde.

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Im Chor der Politikexperten und Politjournalisten ist es bereichernd auch die Einschätzung eines Ökonomen zu lesen. Mit diesem Interview kann man als Leser anhand der Einschätzung eines renommierten Volkswirts ein bisschen besser nachvollziehen, wie in Investorenkreisen über den Bundestagseinzug der AfD nachgedacht wird. Das Interview liest sich außerdem schnell und leicht.

Wer steckt dahinter?

Clemens Fuest
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:steht nach eigenen Angaben für ordoliberale Positionen
Arbeitet für/als:Präsident des ifo Institut, Direktor des Center for Economic Studies (CES) und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Was Sie noch wissen sollten:Fuest spricht sich für die Zuwanderung nach Deutschland aus: „Jeder, der qualifiziert ist, jeder, der einen Ausbildungsplatz annimmt und behält, jeder, der in der Schule Fortschritte macht, sollte das Angebot erhalten, hier zu bleiben, selbst wenn er kein Asylrecht bekommt.“ Die Zuwanderung soll jedoch stärker kontrolliert werden.
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