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Wir brauchen keinen negativen Druck, um zu arbeiten
Das BGE ist der einzige Ausweg aus einer Gesellschaft, die immer ungerechter wird
(Foto: Snicky2290 | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Es geht um Grundsätzliches. Im Kern ist die Frage nach dem Bedingungslosen Grundeinkommen auch eine Frage nach unserem Menschenbild: Ist der Mensch von Natur aus faul? Oder ist er intrinsisch motiviert sein Leben damit zu verbringen, einer sinnstiftenden Arbeit nachzugehen  – unabhängig von existentieller Not. Götz Werner hat die Drogeriekette DM zum Milliarden-Unternehmen ausgebaut und als Aktivist setzt er sich seit Jahren auch für das BGE ein und für den Umbau des Sozialstaates. Im Interview mit der Österreichischen Zeitung Der Standard verrät er, was ihn antreibt.

Es ist ein Denkfehler, dass wir Druck brauchen, um Neues zu schaffen

Götz Werner vergleicht das mit dem Fliegen: Wer nach oben wolle, der brauche Thermik und Sog, aber keinen Arschtritt. Das sei ein uralter Denkfehler und er sei fatal: „Welche Arbeit ich mache, hängt von der Wertschätzung ab, die ich erfahre“, sagt Werner. Es sei eben wichtig, dass Unternehmer Arbeitsplätze schaffen, die attraktiv für Menschen sind. Wenn Arbeitsplätze so unattraktiv seien, dass keiner seine Lebenszeit dafür hergeben möchte, dann müsse man sie entweder von Robotern erledigen lassen oder selbst machen. Zudem sei der Mensch kein reines Reiz-Reaktions-Wesen, kein Tierwesen. Sondern man müsse anderen Menschen zutrauen, dass sie für sich selbst entscheiden können, was sie mit ihrem Leben am liebsten anfangen möchten. So wie man sich das selbst auch zutraut.

„Aus Grundeinkommen erwächst ein Raum der Freiheit“

Das BGE lege den Grundstein für ein menschenwürdiges Miteinander. Schon jetzt gibt es einen Sockelbetrag, um materiell zu existieren. Aber eben nicht in Würde. Das ändert sich mit dem Grundeinkommen. „Niemand muss mehr zu Kreuze kriechen, keiner ist mehr bedrohbar oder erpressbar. Man begegnet Chefs, Ehepartnern, Schwiegereltern auf Augenhöhe.“

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Was man von diesem Artikel mitnimmt, ist, dass es bei der Auseinandersetzung um das BGE um mehr geht als bloß um eine Kosten-Nutzen Rechnung, als ein Abwägen von Vorteilen und Risiken. Es geht um nicht weniger als den radikalen Umbau unseres Sozialstaates, ja unserer Gesellschaft. Werners Interview ist nicht nur lesenswert, weil der Interviewte selbst einer der prominentesten Befürworter des Grundeinkommens ist und es spannend ist, seine Argumente zu verstehen. Sondern auch, weil man mitfühlen kann und auch emotional versteht, warum es sich lohnt für etwas wie das Bedingungslose Grundeinkommen aus ideeller Überzeugung zu kämpfen.

Wer steckt dahinter?

Götz Werner
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:unterstützt die im Jahre 2016 gegründete politische Partei “Bündnis Grundeinkommen”
Arbeitet für/als:Unternehmer, Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt, Kurator am IFF Institut für Familienunternehmen
Was Sie noch wissen sollten:Werner ist Gründer der Initiative „Unternimm die Zukunft“ für ein bedingungsloses Grundeinkommen und Präsident des EHI Retail Institute, eines Forschungs- und Bildungsinstituts für den Handel und seine Partner mit Sitz in Köln.
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