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Das Grundeinkommen ist finanzierbar
Das BGE ist der einzige Ausweg aus einer Gesellschaft, die immer ungerechter wird
(Foto: Stevepb | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Eines der Hauptargumente von Skeptikern ist, dass sich das Bedingungslose Grundeinkommen finanziell nicht trägt. Befürworter widersprechen vehement. Mittlerweile gebe es viele verschiedene Finanzierungsmodelle, die in ihren Berechnungen funktionieren. Zum Teil gehen Ökonomen und Aktivisten davon aus, dass der deutsche Staat mit der Einführung des Grundeinkommens sogar Geld sparen würde. Die Initiative Grundeinkommen Alb-Donau fasst drei verschiedene Strömungen kurz und gut verständlich zusammen und erklärt auch, was als Basis für eine Finanzierung gegeben sein muss.

Die großen Ideen zur Finanzierung sind demnach:

  1. Das Konsumsteuer-Modell

Dieses Modell – das z.B. von DM-Gründer Götz Werner vorangetrieben wird – sieht eine radikale Umgestaltung des Steuersystems vor. Die Idee ist, Leistung, also Arbeit, gar nicht mehr zu besteuern. Denn aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird die Einkommenssteuer ohnehin als Teil der Produktionskosten gesehen, die sich dann auf die Preise niederschlagen. Statt Einkommenssteuer soll der deutsche Staat nun durch eine höhere Konsumsteuer auf sein Geld kommen und damit auch das BGE finanzieren. Die Preise für Produkte würden in etwa dieselben bleiben, so die Berechnungen, weil die Nettopreise (durch das Wegfallen der Lohnsteuer) deutlich sinken würden.

  1. Einkommenssteuer-Modelle

Hier gibt es viele verschiedene Modelle. Prominente Beispiele sind das Flat-Tax-Modell von Georg Quaas oder auch die Idee der solidarischen Bürgerrente, die vom ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten in Thüringen, Dieter Althaus, vertreten wird. Die Grundidee ist, dass sich alle Deutschen, die Einkommen generieren an der Finanzierung des BGE in der einen oder anderen Form beteiligen (z.B. durch Transfergrenzen und Negativsteuerbeteiligungen). Die Modelle unterscheiden sich sehr darin, wie hoch das Grundeinkommen, das der deutsche Staat zahlt, und wie hoch zusätzliche Sozialleistungen (wie Rente, Kranken- und Pflegeversicherung) sein sollen. Generell ist unter Anhängern dieser Modelle auch umstritten, wie sehr sich der Staat in die Wirtschaft einmischen soll.

  1. Vermögenssteuer-Modelle

Anhänger dieser Modelle gehen davon aus, dass das BGE vor allem durch Vermögenssteuer finanziert werden sollte. Denn erst, wenn Menschen Vermögen besitzen, sind sie wohlhabend genug, dass sie auch die Umverteilung durch das BGE mit stützen sollten, so die Devise. Das Netto-Vermögen würde demnach hierzulande ausreichen, dass man mit einem kleinen Teil dieses Vermögens das BGE bereits finanziert hätte.

Fazit

Zu jeder dieser Strömungen gehört eine Vielzahl von Modellen, die von bekannten Ökonomen entwickelt und berechnet wurden. Das spreche dafür, dass das Bedingungslose Grundeinkommen nicht nur finanziell tragbar ist. Sondern eben auch, dass es mehr als einen Weg gibt, das BGE zu stemmen, so das Fazit der Initiative Grundeinkommen Alb-Donau.

Warum wir diesen Artikel empfehlen

Wir haben diesen Artikel gewählt, weil die Initiative Grundeinkommen Alb-Donau die großen Strömungen aus unserer Sicht so zusammenfasst, dass selbst Laien sofort verstehen, um was es geht. Gleichzeitig war uns sehr wichtig, nicht einfach nur ein Modell herauszugreifen und zu erklären. Das wäre uns zu willkürlich gewesen. Sondern vielmehr wollten wir, dass ihr als Leser eine kleine Übersicht darüber habt, wie Grundeinkommensbefürworter die Finanzierung verteidigen und vorrechnen. Im Blogbeitrag selbst ist auch ein Finanzierungsmodell-Rechner zum Download als Excel verfügbar, mit dem sich die verschiedenen Modelle selbst durchrechnen lassen. Als zusätzliche Ressourcen empfehlen wir:

Diesen Artikel der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB), der drei spezifische Modelle zusammenfasst, die in Deutschland sehr prominent sind und sich in die Kategorisierung oben einordnen lassen

Dieses Wiki der Piratenpartei zu den Umsetzungsideen, der weitaus mehr ins Detail geht, als der hier zusammengefasste Originalbeitrag

Die Seite 3 dieses Beitrags der Wirtschaftswoche, in dem man die Höhe des BGE bei unterschiedlichen prominenten Finanzierungsmodelle anhand verschiedener Einkommen selbst vergleichen kann

Wer steckt dahinter?

Initiative Grundeinkommen Alb-Donau
Kommt aus:DE
Politische Position:Pro-BGE
Arbeitet für/als:Politische Gruppe
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