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Das BGE ist der einzige Ausweg aus einer Gesellschaft, die immer ungerechter wird
Das BGE ist der einzige Ausweg aus einer Gesellschaft, die immer ungerechter wird
(Foto: Generation Grundeinkommen | Flickr | CC BY 2.0 )

Das Argument in Kürze:

Guy Standing, Professor für Entwicklungspolitik, sieht unsere Demokratie einer riesigen Gefahr ausgesetzt: „Angst, Entfremdung, Anomie und die Wut der Verlierer“ werden zunehmen, so lange wir nichts tun, um der sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist die beste Lösung für dieses Dilemma. Es ist ein „Instrument für mehr Freiheit und eine solide Absicherung“ und es macht Sinn: Aus moralischen, aber eben auch aus pragmatischen Gründen.

Das Grundeinkommen ist zu einem moralischen Imperativ geworden

Einerseits gibt es immer mehr Reichtum aus Zinseinkommen, Kapitalerträgen und Erbe. Andererseits leben „Millionen von Menschen […] mit sinkenden Gehältern, unbeständigen Einkommen und ohne Beschäftigungsidentität und -sicherheit“. Das muss nicht sein. Wir könnten jedem Einzelnen in unserer Gesellschaft ein Mindestmaß an Sicherheit und Freiheit gewähren: Ein Raum, der eine Basis bietet für mehr Selbstverwirklichung, für Entfaltung, für Mitgefühl und Altruismus. Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre ein solches Mindestmaß, ein solcher Raum. Und es wäre moralisch richtig und wichtig.

Die Argumente der Skeptiker wurden schon mehrfach entkräftet

Mittlerweile hat es bereits einige Pilotprogramme gegeben in Entwicklungsländern, aber auch in Industrienationen im Westen – zum Beispiel in Finnland und in Indien und Namibia; aber auch in Kanada, Kalifornien, Schottland und Spanien werden gerade Pilotprogramme geplant. Die Ergebnisse zeigen bisher allesamt: Das Grundeinkommen hat einen positiven Einfluss auf die Menschen. Die Probanden wurden nicht fauler – sondern ganz im Gegenteil: Der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Tabak ist gesunken, Kinder genossen bessere Ernährung, Gesundheit und Bildung und auch wirtschaftlich war die Einführung sinnvoll. Mehr Menschen gründeten Unternehmen und kurbelten die heimische Wirtschaft an.

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Guy Standing erläutert sehr eindringlich, warum wir mehr Freiheit und Gleichheit brauchen – und zwar nicht nur global gesehen, sondern auch hier in unseren westlichen Demokratien. Er schreibt abwechslungsreich und überzeugend. Und er gibt jedem Skeptiker eine konkrete Liste mit vier zentralen Punkten an die Hand, warum das Bedingungslose Grundeinkommen eine ziemlich gute Idee wäre inklusive anschaulicher Beispiele. Unabhängig davon, auf welcher Seite man in dieser Debatte steht, sollte man diesen Artikel unbedingt lesen.

Wer steckt dahinter?

Guy Standing 
Kommt aus:Vereinigtes Königreich
Politische Position:unterstützt die Labour Party (Sozialdemokratie)
Arbeitet für/als:Wirtschaftswissenschaftler, Professor für „Development Studies“ an der University of London, Mitgründer des Basic Income Earth Network (BIEN)
Was Sie noch wissen sollten:Das BIEN ist ein globales Netzwerk, das ein Bedingungsloses Grundeinkommen mit Kongressen, Forschung und Lobbyarbeit voranbringen will. Die Organisation ist Mitinitiator der 2008 von Günter Sölken ins Leben gerufenen, jährlich stattfindenden Internationalen Woche des Grundeinkommens.
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