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Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ungerecht
Das BGE ist der einzige Ausweg aus einer Gesellschaft, die immer ungerechter wird
(Foto: Grzegorz-Skibka | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Für Norbert Blüm, den ehemaligen Bundesarbeitsminister aus der CDU, ist das Bedingungslose Grundeinkommen vor allem eines: Ungerecht. Die Oberschichten würden von einem System profitieren, dessen sie gar nicht bedürftig sind, die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland würde sich nur erhärten. Außerdem beklagt Blüm, dass das BGE die Leistungen der Arbeiter entwertet und damit einen Angriff auf die seiner Meinung nach typisch deutsche Kultur der “Selbstverwirklichung durch Arbeit” darstellt.

Das Bedingungslose Grundeinkommen wertet die Arbeit ab

Im Interview mit Business Insider betont Blüm, dass Gerechtigkeit zum grundlegenden Wesen des Sozialstaats gehört. Das Bedingungslose Grundeinkommen als Alternative zum Sozialstaat fördere jedoch das Gegenteil, nämlich die schon bestehende soziale Ungerechtigkeit. Reiche würden durch das BGE genauso begünstigt wie Arme. Der Effekt: Reiche werden noch reicher, obwohl sie nicht bedürftig sind. Hinzu kommt, dass bei der Einführung des BGE und der gesamten Einstampfung wichtiger sozialstaatlicher Leistungen wie Beratungen und Umschulungen von Arbeitnehmern der Sozialstaat insgesamt gefährdet ist.

Auch auf einer weiteren Ebene sei das Bedingungslose Grundeinkommen ungerecht, argumentiert Blüm: Das BGE stellt einen Angriff auf die Ehre der Arbeiter dar, da der Staat ihre Leistungen nicht mehr exklusiv entlohnt und belohnt und den Wert der Arbeit grundsätzlich in Frage stellt. Blüm geht davon aus, dass die Menschen mit dem BGE nur noch kreative Arbeit leisten und keine Knochenjobs mehr ausführen wollen. Allerdings müsse man einsehen, dass die Arbeit nicht nur aus Spaß besteht und vor allem auch schwere, körperliche Arbeit sehr wichtig ist, um die Grundbedürfnisse einer Gesellschaft nach Nahrungsmitteln und einer konstanten Bereitstellung von Energie zu stillen. Zudem argumentiert der Ex-Politiker, dass es zur deutschen Kultur gehört, Selbstverwirklichung in der Arbeit zu finden. Diese Kultur sei gefährdet, wenn Arbeiten Gehen als solches nicht mehr in sich als wertvoll empfunden wird.

Warum wir diesen Beitrag empfehlen:

Blüm stellt das Wesen des Bedingungslosen Grundeinkommens grundsätzlich in Frage – und das gleich auf mehreren Ebenen. Seine Aussagen werfen Fragen zur grundlegenden Stellung von Arbeit in Deutschland auf und offenbaren dadurch, wie die Einführung eines BGE auf die Grundstruktur unserer Gesellschaft Einfluss nehmen könnte.

Wer steckt dahinter?

Norbert Blüm
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Mitglied der CDU (Konservatismus, Wirtschaftsliberalismus)
Arbeitet für/als:Publizist, ehemaliger Politiker und Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung (1982-1998)
Was Sie noch wissen sollten:Blüm ist Vorsitzender des Vereins Xertifix, der sich gegen Kinderarbeit in der Natursteinbranche engagiert und mit dem gleichnamigen Label Natursteine aus Indien auszeichnet, die nachweislich ohne Kinder- und Sklavenarbeit produziert wurden.
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