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Atomwaffen in den Händen von Nordkorea sind eine tickende Zeitbombe
Atomwaffen in den Händen von Nordkorea sind eine tickende Zeitbombe
(Foto: AlexAntropov86 | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

William Tobey hält es für brandgefährlich, dass Nordkorea in der Lage ist mehr und mehr Atomwaffen zu produzieren. Und zwar nicht in erster Linie, weil er glaubt, dass Kim Jong-un die Bombe wirklich einsetzt. Sondern, weil Nordkorea einfach kein sicherer Lagerort ist für riesige Mengen Uran und Bestandteile von Atomraketen.

Mit mehr Atomwaffen wird auch die Außenpolitik aggressiver

2015 hatte Pjöngjang nur Material für sehr wenige Atomwaffen. Seit 2016 hat sich die Größe der Uran-Produktion im Land vermutlich verdoppelt. Bis 2024 könnte es sein, dass Nordkorea über bis zu 100 Atomwaffen verfügt. Mit einem Atomwaffenarsenal von einer solchen Dimension wird das Regime die Möglichkeit haben viel aggressivere Außenpolitik zu machen: Die außenpolitische Doktrin von Nordkorea wird dann noch mehr darin bestehen, die hinzugewonnene militärische Stärke nach außen zu kehren. Innenpolitisch, so Tobeys Vermutung, wäre Kim dann noch freier Repressionen gegenüber politischen Gegnern durchzuführen. Denn mit einem funktionierenden Atomwaffenarsenal kann Pjöngjang in Verhandlungen mit der ganzen Welt mächtig Druck ausüben.

In den Händen von Nordkorea ist das angereicherte Uran alles andere als sicher

Und selbst wenn Nordkorea nicht damit drohen sollte seine Waffen einzusetzen, ist die vermehrte Produktion von angereichertem Uran ein riesiges Problem für die ganze Welt. Zum einen wird es wesentlich wahrscheinlicher, dass Nordkorea sein Uran und die Waffenbestandteile an andere Diktaturen sowie an gescheiterte Staaten weiterverkauft. In der Vergangenheit hat das Regime bereits Raketen an Libyen und Reaktoren an Syrien verkauft. Wirtschaftlich steht Nordkorea extrem schlecht da und die internationalen Sanktionen machen den Druck immer größer anderweitig Geld zu verdienen; dass das Regime extrem gefährliches Material weiterverkauft ist also äußerst wahrscheinlich. Zum anderen ist Nordkorea einer der korruptesten Staaten der Welt. Selbst wenn das Regime selbst keine Waffen oder Uran verkauft, ist absolut nicht gesichert, ob nicht korrupte Polizisten, Wissenschaftler oder Beamte solche Deals einfädeln könnten.

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Tobey betrachtet Nordkorea aus der Sicht eines republikanischen Amerikaners. Er vertritt eine klare Haltung gegen die atomare Aufrüstung Nordkoreas. Das ist für Europäer interessant zu lesen, um zu verstehen, wie diese Einstellung begründet wird. Darüber hinaus ist es spannend zu sehen, dass die Sorge vor Nordkorea als Atommacht nicht einzig in der Bewertung des Diktators Kim Jong-un liegt: Tobey nennt im Originalartikel fünf große Gefahren, die von Nordkoreas Atombombenarsenal ausgehen könnten und die außerhalb der Vorstellung liegen, dass Kim Jong-un selbst so verrückt sein sollte die Waffen einzusetzen.

Wer steckt dahinter?

William Tobey
Kommt aus:USA
Politische Position:Mitglied der Republikanischen Partei (Konservatismus, Wirtschaftsliberalismus
Arbeitet für/als:Leiter der “US-Russia Initiative to Prevent Nuclear Terrorism” am Belfer Center for Science and International Affairs an der Harvard University, ehemaliger stellvertretender Verwalter bei der National Nuclear Security Administration
Was Sie noch wissen sollten:Tobey hat an unterschiedlichen internationalen Verhandlungen teilgenommen, einschl. der START-Gesprächen mit der Sowjetunion und der Six Party Talks mit Nordkorea.
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