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In Afghanistan herrscht Krieg. Abschiebungen zeitweise auszusetzen ist reine Symbolpolitik.
In Afghanistan herrscht Krieg. Abschiebungen zeitweise auszusetzen ist reine Symbolpolitik.
(Foto: JouWatch | Flickr | CC BY-SA 2.0 )

Das Argument in Kürze:

Der Wissenschaftler Thomas Ruttig hat selbst über 10 Jahre in Afghanistan gelebt und ist Ko-Direktor beim unabhängigen Thinktank Afghanistan Analysts Network. Er sieht den zeitweisen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan einzig und allein als Wählermanipulation. Es sei eine Farce zu sagen, dass es in manchen Regionen Afghanistans weniger gefährlich sei als in anderen. In Wahrheit herrsche bis auf zwei relativ kleine Bereiche im Land ein sehr erhöhtes Sicherheitsrisiko. Daran haben die Anschläge in Kabul wenig geändert. Afghanistan bleibt ein Kriegsgebiet, und Abschiebungen in dieses Land waren von Anfang an verantwortungslos.

Die Taliban sind trotz aller deutschen Bemühungen nicht weniger bedrohlich. Die Lage für viele Afghanen ist nach wie vor aussichtslos.

Ruttig sieht die Gefahr der Taliban nach all den Jahren und all dem Geld, das die Bundesregierung in Afghanistan investiert hat nicht gebannt. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Die Taliban hätten ihre Macht sogar deutlich ausgedehnt. Zudem seien viele der positiven Entwicklungen „gnadenlos übertrieben“. Anstatt der elf Millionen Schulkinder, von denen die Bundesregierung spreche, gebe es in Wirklichkeit nur 6 Millionen. Ruttig wundert sich daher nicht, dass Afghanen nach Deutschland fliehen. Letzten Endes sei die Misere dort auch ein postkoloniales Vermächtnis,

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