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Populisten sind wie Salafisten – beide sind Feinde der Demokratie
Populisten sind wie Salafisten - beide sind Feinde der Demokratie
(Foto: Max Pixel | CC0 1.0)

Erzfeinde sind sich manchmal ähnlicher, als ihnen lieb ist. Das zumindest findet Jan Jaap de Ruiter beim Vergleich der zwei Schlagworte Populismus und Salafismus, in denen er zwei Extreme sieht, die die Demokratie gefährden. De Ruiter forscht und lehrt Kulturstudien in Tilburg, ist bekennender Humanist und Weltbürger und richtet sich in Artikeln, Blogs und Medien seit Jahren gegen jede Form des Extremismus. Aber er ist auch ein Kenner der arabischen Welt und Sprache.

De Ruiter sieht die Demokratie in den Niederlanden von zwei Seiten belagert: Von Populisten und von Salafisten. Beide Gruppierungen verkauften schön-verpackte Geschichten an unzufriedene Bürger und behaupteten ihre Bestrebungen befänden sich innerhalb des demokratischen Rechtsystems. Und beide Ideologien – Populismus und Salafismus – stützten sich im Kern auf dasselbe perfide Denkmuster.

Salafismus lehre den Hass gegenüber Ungläubigen: Der Autor beschreibt die strikte räumliche und emotionale Trennung im Salafismus gegenüber allen, die nicht Teil der Gemeinschaft sind. Populismus, auf der anderen Seite, verbreite Hass und Misstrauen gegenüber allen Muslimen. Alle Islam-Gläubigen würden dargestellt als potentielle Terroristen, als Feinde, die hass-getrieben nur darauf aus seien, unsere Gesellschaft zu zerstören. Kann ein solches Denkmuster vereinbar sein mit den Grundwerten unserer Demokratie? Schwer vorstellbar, findet De Ruiter. Denn unweigerlich tragen beide Extreme ein Potential zur Gewalt in sich. Gewalt gegenüber denen, die als „anders“ definiert werden.

Das Opfer der Extreme sei der niederländische Durchschnittsbürger, denn der größte Teil der Wählerschaft habe kein Interesse an einer extremistischen Agenda und stehe trotzdem nun inmitten dieser beiden ideologischen Leitplanken. Dann zitiert er den Ausschwitz-Überlebenden Primo Vera: „Diese Vorstellung, dass jeder Fremde ein Feind ist, liegt tief verborgen im Herzen vieler Menschen und Nationen. Sie kommt nur zufällig und manchmal zum Vorschein und beruht nicht auf Logik oder Verstand.“
Am Ende, schlussfolgert Jan Jap de Ruiter, stünden nicht nur die Köpfe beider Bewegungen, Geert Wilders und Suhaib Salaam, auf dünnem Eis. Sondern auch die Demokratie selbst.

Wer steckt dahinter?

Jan Jaap de Ruiter
Kommt aus:Niederlande
Politische Position:offiziell unparteiisch
Arbeitet für/als:Dozent an der Tilburg Universität, Arabist und Blogger
Was Sie noch wissen sollten:De Ruiters interessiert sich für die Rolle der arabischen Sprache und des Islam in Westeuropa. Er beteiligt sich häufig an niederländischen öffentlichen Debatten über Islam, Integration und Multikulturalismus.
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